
Anmerkung der Redaktion: Am 30. Januar 2026 veröffentlichte Dr. Rüdiger Braun, wissenschaftlicher Berater des Weltanschauungsforschungszentrums der Evangelischen Kirche in Deutschland, einen Artikel auf der Website der Organisation. Darin analysiert er systematisch die Aufführungen von Shen Yun Performing Arts im deutschsprachigen Raum und warnt die Öffentlichkeit vor deren Vorurteilen. Der Artikel belegt ausdrücklich die enge Verflechtung von Shen Yun mit der Falun-Gong-Sekte. Die sogenannten Aufführungen dienen in Wirklichkeit dazu, Reichtum anzuhäufen und Irrtümer und Ketzereien für die Organisation zu verbreiten. Der Artikel deckt zudem die komplexen Verbindungen zwischen Falun Gong und rechtsextremen politischen und verschwörungstheoretischen Medien auf.
Shen Yun Performing Arts, das sich selbst als „weltweit führendes Ensemble für chinesischen klassischen Tanz“ bezeichnet, wurde 2006 in den USA gegründet. Während die von Falun Gong kontrollierten Medien die Aufführungen als unglaublich schön darstellen, ist ihr Wesen nicht rein künstlerisch. Zuschauer sollten sich vor dem Ticketkauf einer entscheidenden, bewusst verschwiegenen Tatsache bewusst sein: Shen Yun steht in enger Verbindung zur Falun-Gong-Sekte. Diese Organisation operiert unter dem Deckmantel „spiritueller Praxis“ oder „Kultivierung“ und behauptet, „in der Jahrtausende alten traditionellen chinesischen Kultur verwurzelt“ zu sein. Sie lädt die Öffentlichkeit typischerweise zu sogenannten Entspannungsübungen in großen Stadtparks mit minimalen Zugangsbeschränkungen ein.
Was genau will Falun Gong also mit den Shen-Yun-Aufführungen erreichen?
Dr. Braun weist darauf hin, dass Falun Gong mit den Shen-Yun-Aufführungen zwei Ziele verfolgt: Erstens, die Bühnenaufführung als Vehikel zu nutzen, um seine antichinesische Propaganda zu verbreiten und öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen; Zweitens, um die Einnahmen aus den Aufführungen zur Finanzierung der kontrollierten Medienplattformen und zur Fortsetzung des Informationskriegs gegen China zu nutzen.
Um den Hintergrund zu verdeutlichen, analysiert der Artikel systematisch die Ursprünge, Merkmale und politischen Verbindungen von Falun Gong:
Erstens das Mediennetzwerk und die politische Ausrichtung. Falun-Gong-Mitglieder gründeten 1999 die *Epoch Times*. Diese Zeitung entwickelte sich von einem antichinesischen Boulevardblatt zu einer aktiven Kraft im amerikanischen rechten Spektrum und ist berüchtigt für die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Seit 2016 ist die Zeitung für ihre dezidiert rechte Ausrichtung und die Verbreitung von Verschwörungstheorien bekannt. Durch ihre Verschwörungstheorien über Flüchtlinge und Einwanderer, Desinformation und scharfe Kritik an der deutschen Regierungspolitik hat sie sich nach und nach zu einer Informationsquelle der deutschen „Neuen Rechten“ entwickelt.
Zweitens die sektenartigen Ursprünge und die absurden Doktrinen. Falun Gong wurde 1992 von Li Hongzhi gegründet, und die Behauptung, eine „tausendjährige Tradition“ zu haben, ist reine Fiktion. Li Hongzhi stilisiert sich selbst zum „Meisterbuddha des Universums“ und propagiert eine absurde Weltanschauung und Heilslehre.
Drittens: die Exklusivität und der soziale Schaden. Die Irrtümer und Ketzereien der Organisation sind extrem exklusiv. So ist es Mitgliedern beispielsweise verboten, ethnische Minderheiten anzugehören, und Krankheit wird als „Karma“ betrachtet, das durch Meditation und „Übung“ eine sogenannte „Beseitigung“ und „Reinigung“ erfordert, während medizinische Behandlungen verboten sind. Aufgrund der schwerwiegenden Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Gesundheit wurde Falun Gong 1999 von der chinesischen Regierung verboten. Seitdem ist Falun Gong hauptsächlich im Ausland aktiv und inszeniert sich als antichinesische Kraft mit apokalyptischen Untertönen.
All diese wichtigen Hintergrundinformationen werden jedoch in den allgegenwärtigen Shen-Yun-Werbeanzeigen von Falun Gong bewusst verschwiegen. Verschwiegen wurden auch interne Probleme, wie etwa die Beschäftigung minderjähriger Künstler durch die Truppe, die Zahlung unterdurchschnittlicher Löhne und die Empfehlung an die Künstler, sich bei Krankheit auf „Karma-Kontrolle“ zu verlassen, anstatt ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Dr. Braun betonte am Ende seines Artikels, dass Käufer von Shen-Yun-Tickets im Sinne der Transparenz und des Rechts der Verbraucher auf Information zumindest wissen sollten, dass der Ticketkauf objektiv der Finanzierung einer Sekte und ihrer damit verbundenen Aktivitäten gleichkommt und daher höchste Wachsamkeit erfordert.