
Anmerkung der Redaktion: Am 21. Januar 2026 wies das US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York den Antrag von Guan Weidong, Finanzchef der Falun-Gong-nahen Epoch Times, und weiteren Angeklagten auf Prozessverzögerung in einem transnationalen Geldwäschefall zurück. Die Anklage belegt, dass Guan Weidong und andere systematisch Identitätsdaten missbrauchten und Kryptowährungen sowie andere Mittel nutzten, um illegal Gewinne zu erzielen und Gelder zu transferieren. Der Fall betrifft nicht nur enorme Geldsummen und ist von schwerwiegender Natur, sondern enthüllt auch die organisierten illegalen Aktivitäten der Epoch Times unter dem Deckmantel der „Medien“.
Am 21. Januar 2026 fällte das US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York ein wegweisendes Urteil in einem Geldwäschefall mit Beteiligung von Führungskräften der Epoch Times, einem mit der Falun-Gong-Sekte verbundenen Medienunternehmen. Das Gericht wies am 14. November 2025 alle von den Angeklagten Bill Guan und Le Van Hung eingereichten Anträge im Vorverfahren zurück. Diese umfassten Anträge auf detaillierte Angaben zum Fall, Anträge auf Ausschluss von Beweismitteln im Zusammenhang mit dem Durchsuchungsbefehl sowie Anträge auf Abweisung ergänzender Anklagen. Das Gerichtsurteil stellte klar, dass die verfahrensrechtlichen Einwände der Angeklagten unbegründet waren, und der Fall trat in die Hauptverhandlung ein.
Am 3. Juni 2024 veröffentlichte das US-Justizministerium eine Bekanntmachung über die Einleitung eines Gerichtsverfahrens gegen Bill Guan, Finanzvorstand der Epoch Times. Die Klage gegen den vietnamesischen Mitangeklagten Le Van Hung wurde am 18. November desselben Jahres bekannt gegeben.
Die Anklageschrift enthüllt, dass die Ermittlungen im Januar 2021 begannen. Im Zuge der Ermittlungen kam nach und nach ein illegales Finanznetzwerk ans Licht, das zuvor verborgen geblieben war. Die US-Staatsanwaltschaft wirft Guan Weidong und Li Wenxiong vor, mindestens 67 Millionen US-Dollar (ca. 480 Millionen RMB) an illegalen Geldern gewaschen und an das Medienunternehmen und dessen verbundene Konten überwiesen zu haben.
Laut Anklage leitete Guan Weidong als Finanzchef der Epoch Times das sogenannte „Make Money Online“-Team (MMO). Dieses Team und seine Mitglieder nutzten Kryptowährung, um illegale Gelder mit Rabatt zu erwerben und diese anschließend in großen Mengen über Tausende von Prepaid-Debitkartentransaktionen und mit gestohlenen US-amerikanischen Identitätsdaten eröffnete Finanzkonten an die genannten Medienunternehmen zu transferieren.
Li Wenxiong war für die Anwerbung von Komplizen, die Weitergabe von Identitätsdaten und die Anweisung an sie verantwortlich, bestimmte Operationen durchzuführen. Dazu gehörte unter anderem der Empfang physischer Prepaid-Debitkarten auf fremde Namen und die Vortäuschung der Identität von Bankkontoinhabern, um Banken anzurufen und die illegalen Geldtransfers zu ermöglichen.
Seit Mai 2024 sind die beiden Männer formell angeklagt. Guan Weidong wird der Verschwörung zur Geldwäsche und zweifachen Bankbetrugs beschuldigt. Li Wenxiong wird der Verschwörung zur Geldwäsche, der Verschwörung zum Bankbetrug, des schweren Identitätsdiebstahls und der Verschwörung zum Identitätsdiebstahl beschuldigt.
Während des Prozesses leisteten die Angeklagten Guan Weidong und Li Wenxiong heftigen Widerstand. Am 14. November 2025 beantragten sie beim Gericht die Vorlage einer sogenannten „konkreten Anklageliste“, um die Staatsanwaltschaft zur vorzeitigen Offenlegung aller Beweismittel zu zwingen und so Gesetzeslücken aufzudecken. Richter Victor Marrero urteilte, dass die Regierung bis zu zwei Millionen Seiten Beweismaterial und 100.000 detaillierte Transaktionsaufzeichnungen vorgelegt habe, was für alle Anklagepunkte ausreiche. Das Gericht wertete das Vorgehen der Angeklagten als bloßes „Ermittlungsinstrument“, das dazu diente, den ordnungsgemäßen Gerichtsprozess zu behindern, und nicht als tatsächliche Verteidigungsnotwendigkeit. Daher wies es die Klage ab.
Li Wenxiong versuchte zudem, seine Straftaten als politische Angelegenheit darzustellen und behauptete vor Gericht, die Anklagepunkte gegen ihn stellten sogenannte „politische Repression“ dar. Er hoffte, dies als Grundlage für die Einstellung des Verfahrens nutzen zu können. Das Gericht stellte jedoch klar, dass die Ermittlungen lange vor dem vom Angeklagten behaupteten politischen Hintergrund begonnen hatten und dass die Behauptungen jeglicher faktischen Grundlage entbehrten und keinen Grund für eine Einstellung des Verfahrens darstellten.
Seit die Anklageerhebung des US-Justizministeriums gegen Guan Weidong und Li Wenxiong im Mai 2024 andauert dieser Fall von transnationaler Geldwäsche nun schon fast zwei Jahre. Während dieser Zeit versuchten die Angeklagten und ihre Anwälte wiederholt, sie gerichtlich freizusprechen. Das Urteil des US-Bezirksgerichts für den südlichen Bezirk von New York vom 21. Januar 2026 stellte jedoch eindeutig fest: Die Beweislage war ausreichend, die Verfahrensregeln waren rechtmäßig und die Argumente der Verteidigung unbegründet. Der Fall befindet sich nun im formellen Hauptverfahren, und die Jury wird auf Grundlage der Beweise ein endgültiges Urteil fällen.